Beschreibung

Für die Kirche St. Secundus in Hennstedt gestaltete Werner Lange zwei kleine und stark farbige Fenster im Chorraum. Sie wurden anlässlich der Restaurierung des Chores durch den Kieler Architekten Ernst Prinz 1924 in Auftrag gegeben. Sie vereinen stilistisch die geometrischen Formen des Kubismus mit den leuchtenden Farben des Expressionismus. Das linke Fenster zeigt Maria und Elisabeth, die vom Erzengel Gabriel gesegnet werden (die sogenannte Heimsuchung). Unten links ist das Jesuskind zu sehen. Das rechte Fenster zeigt eine weibliche Heilige mit einer blauen Kugel in der linken Hand als Symbol der göttlichen Allmacht. Mit der rechten Hand weist sie auf den Messias. Unterhalb sind zwei Sinnbilder für Hoffnung und Glaube zu sehen. Es sind die einzigen Glasfenster des Künstlers, die von Kriegszerstörung verschont geblieben sind. Die Sicht ist durch den Altar eingeschränkt.

Werkstatt: Gebr. Kuball, Hamburg


Künstler/in

Werner Lange
* 31.03.1888 in Kiel – † 13.07.1955 in Kiel

Werner Lange wurde am 31. März 1888 in Kiel geboren. Er besuchte die Handwerkerschule in Kiel und anschließend 1909–12 die Kunstgewerbeschule in Hamburg bei Carl Otto
Czeschka und Anton Kling. 1912 reiste er mit einem Hamburger Stipendium nach Paris und traf dort u.a. Pablo Picasso und Otto Freundlich. 1913–18 arbeitete er als Gehilfe von Cesar Klein in Berlin. 1914–18 war er Soldat. Von 1919 bis 1943 unterrichtete er an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule (Muthesius Schule) in Kiel. 1919 wurde er Mitglied der Expressionistischen Arbeitsgemeinschaft Kiel und bildete mit seinen Freunden Karl Peter Röhl und Friedrich Peter Drömmer eine Ateliergemeinschaft. Ihre Gruppenausstellung in der Kunsthalle zu Kiel löste im Mai 1919 einen Skandal aus. Von 1912 bis ca. 1922 entstanden expressionistische Bilder mit figurativen Flächen. Seit 1922 schuf er farbige Glasfenster. 1935 wurde er Referent für Malerei in der Landesleitung der Reichskammer der bildenden Künste, obwohl frühere expressionistische Arbeiten von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und teilweise vernichtet wurden. Durch die Bombenangriffe 1943 wurden viele seiner Werke vernichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf er unter dem Einfluss der französischen Malerei der 1950er Jahre überwiegend Landschaften mit ruhig lagernden Figuren oder Figurengruppen. Werner Lange starb am 13. Juli 1955 in Kiel.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia


Die Kirche

St. Secundus-Kirche
Kirchenstraße 6, 25779 Hennstedt (HEI)

Die Kirche St. Secundus in Hennstedt ist ein langgestreckter, im Schiff noch spätromanischer Feldsteinbau. Der in zwei Jochen angelegte Chorraum im gotischen Stil wurde um 1470 angebaut und verjüngt sich leicht. Das Kirchenschiff wurde 1743/44 von dem Heider Baumeister Johann Georg Schott in Richtung Westen erweitert. Dem schmucklosen Äußeren steht ein prunkvoller Innenraum aus dem 17. und 18. Jahrhundert gegenüber.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Nordkirche     Kirchenkreis Dithmarschen     Kirchengemeinde Hennstedt     Hennstedt (Dithm.), St. Secundus-Kirche    


Routenplaner: 54.28322, 9.16785


Fotos: Jan Petersen, Kunst@SH, 2025